Neuer Qualitätsstandard

Wincor Nixdorf hat die aktive Matrize getestet

Kratzerfreiheit beim Stanzen und Umformen: Das ist das Motto der TruPunch 5000, denn sie verfügt über eine aktive Matrize, die wie ein zweiter Stanzkopf von unten arbeitet. „Wir waren zwei Jahre lang Versuchskunde für diese neue Maschinenoption. In den Vorgesprächen war ich skeptisch: Kann ein solches mechanisches Prinzip funktionieren? Doch schon als ich den ersten Prototypen sah, war mir klar: Das bringt's! Die aktive Matrize hat diverse Abläufe bei uns verändert und genießt auch bei den Maschinenbedienern höchste Wertschätzung", berichtet Manfred Wujesch, Technologieverantwortlicher Stanzen und Kombi bei der Wincor Nixdorf AG.

Jens Levermann und Manfred Wujesch
Jens Levermann, Leiter Stanztechnik bei Wincor Nixdorf (links) und Manfred Wujesch, Technologieverantwortlicher Stanzen und Kombi sind sich einig: „Die aktive Matrize ist ein Segen.“

Stanz- und Kombimaschinen von TRUMPF

Das Unternehmen ist weltweit führenden Anbieter von IT-Lösungen und Services für Retail und Banking sowie Hersteller von Geldautomaten und Computerkassen. In der Blechfertigung von Wincor Nixdorf tun fünf Stanz- und drei Kombimaschinen von TRUMPF ihren Dienst, darunter die neuste Generation der TruPunch 5000 mit aktiver Matrize. Wincor Nixdorf verarbeitet häufig oberflächen-behandeltes oder feuerverzinktes Material, Zincorblech und Aluminium. Viele der Teile werden im Sichtbereich eingesetzt, so dass Grat- und Kratzerfreiheit sehr wichtig sind. „Aus Gründen der Kartzerarmut haben wir empfindliche Materialien früher überwiegend auf den Kombimaschinen mit hohem Lasereinsatz hergestellt. Nun können wir als wirtschaftlichere Alternative die Stanzmaschine einsetzen. Denn bei jeder Positionierung des Blechs fährt die Matrize leicht nach unten, so dass die Blechunterseite immer kratzerfrei bleibt", so Jens Levermann, Leiter Stanztechnik bei Wincor Nixdorf.

Grundmodul eines Geldautomaten
In der Blechfertigung – hier das Grundmodul eines Geldautomaten – setzt Wincor Nixdorf auf Stanz- und Kombimaschinen von TRUMPF.

Kratzeranfällige Folgeprozesse entfallen

Die Verbindung von aktiver Matrize und Rollentgraten hat bei beschichteten und weichen Materialien wie Zincor oder Alu zu einem neuen Qualitätsstandard geführt, da kratzeranfällige Folgeprozesse wie Handentgraten entfallen. Sowohl Durchlaufzeit als auch Ausschuss konnten auf diese Weise merklich gesenkt werden. Und auch die Stillstandszeiten haben sich reduziert, weil die Mitarbeiter nicht mehr innerhalb des Fertigungsprozesses Ursachen für Kratzer suchen müssen - die passieren mit der aktiven Matrize einfach nicht.

Ohne absenkbare Matrize müsste man „Umwege“ programmieren, da die Matrize mit der Freistanzung kollidieren und somit die Teilekante beschädigen würde.
Ohne absenkbare Matrize müsste man „Umwege“ programmieren, da die Matrize mit der Freistanzung kollidieren und somit die Teilekante beschädigen würde.

Die bewegliche Matrize ist bei Wincor Nixdorf etwa in einem Drittel der Fälle aktiv. Ganz besonders zum Tragen kommt sie beim Thema Umformen. Viele Anwendungen beinhalten Umformungen in beide Richtungen, in die zudem Gewinde eingebracht werden. Um diese Gewinde und Durchzüge vor Kollisionen zu schützen, müssen nun keine Umwege mehr gefahren werden, da sich die Matrize durch Absenken einfach aus dem Weg nehmen lässt. Die aktive Matrize hat sich deshalb zu einem Kaufkriterium für Wincor Nixdorf entwickelt. „Im Moment sind wir dabei, unseren Maschinenpark um ein Modell der neuen Kombimaschine TruMatic 7000 zu erweitern", berichtet Jens Levermann. „Dabei hat uns - neben den Zusatzachsen für den Laserschneidkopf und vielen anderen Neuerungen - die Kombination Laser und aktive Matrize überzeugt".

Aktive Matrize
Bei jeder Positionierung des Materials fährt die Matrize leicht nach unten und kann somit die Blechunterseite nicht verkratzen.

Die Aktive Matrize

Die aktive Matrize ist ein neues Extra der Hochleistungs-Stanz- und Kombimaschinen von TRUMPF, das kratzerfreies Arbeiten möglich macht. Sie ist unterhalb des Arbeitstisches eingebaut und in der Höhe regulierbar. Wird Blech auf der Maschine positioniert oder bewegt, ist die Matrize abgesenkt und berührt die Tafel nicht. Somit entste­hen keine Kratzer an der Unterseite.

Außerdem liegt das Blech nun immer vollflächig eben auf dem Tisch auf, was bedeutet, dass es näher an den Pratzen bearbeitet werden kann, weil es sich dort nicht mehr wölbt. Das verkleinert den Totbereich und senkt folglich Materialkosten. Zusätzlich vereinfacht die aktive Matrize die Programmierung der Stanz- oder Kombimaschine. Denn sie stellt keine Störkontur mehr dar, die bei der Berechnung der Positionierbewegung beachtet werden müsste.

Darüber hinaus bringt die aktive Matrize den Anwendern mehr Spielraum in der Umformbearbeitung: Dank ihr sind größere und höhere Umformungen mit völlig neuen Werkzeugen machbar. Zudem sind Umformungen nach oben und nach unten in einer Aufspannung problemlos möglich. Denn die aktive Matrize hat die Funktion eines zweiten Stanzkopfs und ermöglicht einen aktiven Umformhub von unten. Der läuft so ab: Die Maschine positioniert das Blech, dabei ist die Matrize abgesenkt. Liegt die Tafel richtig, fixiert der Stanzkopf das Blech von oben worauf die Matrize den aktiven Hub von unten ausführt. Anschließend bewegen sich Stanzkopf und Matrize zurück in die Ausgangsposition, bevor die Tafel neu positioniert wird. Der Fertigungsprozess läuft somit vollständig ohne Kratzergefahr ab.

 

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