Schneiden mit Tafelscheren
Was passiert eigentlich beim Schneiden eines Blechs mit der Tafelschere? Wieso sind Schnittwinkel und Schnittspalt so wichtig?
Was beim Schneiden passiert, hängt zunächst einmal von der angewandten Schneidtechnik ab: Zum Einsatz kommen entweder Kulissengeführte Systeme oder Schwingschnittsysteme.
Bei Kulissengeführten Systemen bewegen sich die Werkzeugschneiden parallel aufeinander zu. Bei Schwingschnittsystemen bewegt sich das obere Schneidwerkzeug mit einer Rotationsbewegung auf das Werkstück zu. Schwingschnittsysteme haben ihren Vorteil in einer besonders hohen Steifigkeit und kommen daher für außergewöhnliche Anforderungen zum Einsatz.
Je größer die Scherzone, desto sauberer die Schnittkante
Im Prinzip funktionieren Tafelscheren wie herkömmliche Scheren. Das Blech befindet sich zwischen zwei Werkzeugschneiden, die sich parallel aneinander vorbei bewegen und dabei das Blech durchtrennen. Zunächst schneiden die Messer das Blech bis dieses schließlich bricht. Folglich gliedert sich auch die Schnittkante in zwei Zonen, die Scherzone und die Bruchzone.
Je größer die Scherzone, desto sauberer die Schnittkante. Aber wie erreicht man eine möglichst große Scherzone? Das Geheimnis liegt in der Wahl des richtigen Schnittwinkels und des richtigen Schnittspalts. Beide müssen so an das zu schneidende Material und an die Materialdicke angepasst werden, dass das Material erst möglichst spät bricht.
Dabei ist zu beachten, dass der Schnittspalt neben der Scherzone auch Einzugbreite und -tiefe, Schnittkraft und die Gratbildung beeinflusst.
Der Schnittwinkel hängt vor allem von der Festigkeit und der Dicke des Blechs, sowie der Kraft der Schere ab.
