Stahl im Stall

Der Krämerhof im Schwarzwald
Ein Gästehaus und Vieh sucht man auf dem Krämerhof vergeblich. In Stall und Scheune stehen Maschinen statt Kühe.

So manchem Lkw-Fahrer kommen Zweifel, wenn er sich über verschlungene Landstraßen auf den Weg zu Krämer Brennteile macht. Die idyllische  Landschaft rund um den Schwarzwälder Bauernhof erinnert an einen Ferienort. Ein Gästehaus und das Vieh sucht man auf dem Krämerhof aber vergeblich. Stattdessen findet man eine handfeste Manufaktur für Blechbearbeitung. In den Wirtschaftsgebäuden hat neben Baustahl und Brennschneideanlage auch eine TruLaser 1030 ihren Platz. Als Landwirt hat Martin Krämer trotz klassischer Ausbildung nicht lange gearbeitet, „weil das Finanzielle nicht mehr stimmte", wie er erzählt. Deswegen jobbte er auf dem Bau, arbeitete als Werbetechniker und Produktionsleiter in einem Blechbearbeitungsbetrieb. Die Entscheidung, selbstständig zu werden, reifte vor neun Jahren. „Ich hatte in meinen Positionen immer so viel Verantwortung übernommen. Irgendwann dachte ich: ‚Das kannst du auch selber!‘" Gesagt, getan. Der heimische Bauernhof wurde 2001 umgeräumt und Krämer investierte in eine Brennschneidemaschine.

Verlässlicher Partner

Im ehemaligen Kuhstall findet auch die TruLaser 1030 Platz. 2009 begegnete Geschäftsführer Martin Krämer der „Kleinen“ zum ersten Mal auf der Messe Blechexpo – und hat sie vom Fleck weg gekauft.
Im ehemaligen Kuhstall findet auch die TruLaser 1030 Platz. 2009 begegnete Geschäftsführer Martin Krämer der „Kleinen“ zum ersten Mal auf der Messe Blechexpo – und hat sie vom Fleck weg gekauft.

Die gewagte Investition zahlte sich aus. Krämer Brennteile wuchs schnell, und das ohne aktive Werbung. „Am ersten Tag habe ich ein paar bekannte Firmen angerufen und erzählt, dass ich jetzt selbstständig bin. Mehr nicht." Bodenständigkeit und Tüchtigkeit machen den Unternehmer überzeugend. Seine Herangehensweise ist einfach: kleine Stückzahlen schnell und zuverlässig herstellen. Dabei besteht Krämers Team nicht aus  Blechspezialisten: Zwei Maurer und zwei Zimmermänner bearbeiten auf dem Hof Stahl, sieben Teilzeitkräfte packen mit an. Flexibles Arbeiten kennen und können alle. „Manchmal dauert die Schicht dann halt zehn oder 14 Stunden", erklärt der Chef. Der Einsatzwille spricht sich schnell herum, und so belegen heute rund 170 Kunden aus der Region, dass das Konzept greift. Krämers Kundennetzwerk ist breit gefächert. Zu ihnen gehören Fahrzeug- und Maschinenbauer, aber auch kleine Schlossereien und Handwerksbetriebe. Ein eigener Lastwagen beliefert die Kunden, überwiegend klein- und mittelständische Unternehmen aus der direkten Umgebung, in den Landkreisen Freiburg und Offenburg.

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Stahl im Stall (1/2)