Rohre in kleinen Serien präzise bearbeiten

Mit der verbesserten Generation der Zusatzeinrichtung RotoLas wechselt die Keller Metallbau GmbH flexibel zwischen Flach- und Rohrbearbeitung auf der neuen TruLaser 3030.

Harald Keller
Mit flexibler Rohrbearbeitung will Harald Keller seinen Kunden neue Produkte anbieten.

„Als kleines Unternehmen müssen wir flexibel sein“, sagt Harald Keller. Seit 2003 führt er die Keller Metallbau GmbH in Endingen am Kaiserstuhl mit 30 Mitarbeitern in vierter Generation. Langfristige Kunden- und Lieferantenbeziehungen sind für ihn die Basis eines gesunden Unternehmens: „Wir wollen nicht größer, sondern schöner und besser werden“, lautet sein Credo. Das heißt auch: Über den Tellerrand blicken und Neues ausprobieren.

Dazu gehört für ihn das Laserschneiden von Rohren. Mit der Vorgängerversion von RotoLas hatte Keller die Anwendung bereits auf seiner alten TruLaser 3030 im Einsatz - seit März 2010 unternimmt er weitere „Gehversuche“: Als Testkunde arbeitet er mit der verbesserten Zusatzeinrichtung auf der neuen Flachbett-Laserschneidmaschine TruLaser 3030. „Bevor man rennen will, muss man laufen lernen“, begründet Keller seine Entscheidung für die Einrichtung. Mit RotoLas fertigt er derzeit noch größtenteils „Exoten“: Profile mit größeren Durchmessern in kleinen Stückzahlen. „Damit haben wir uns in einer Nische positioniert, die von den großen Laser-Rohrschneidanlagen nicht abgedeckt wird“, erläutert Keller.

Rohre mit einer Länge bis zu drei Metern und einem maximalen Durchmesser von 370 Millimetern kann er nun bearbeiten. „Das erhöht unsere Flexibilität deutlich“, betont er. Der 4-Kilowatt-TruFlow-Laser der TruLaser 3030 schneidet Profile aus Baustahl mit Wandstärken von bis zu 12 Millimetern, Edelstahl mit maximal sechs Millimetern Dicke oder bis zu fünf Millimeter dickes Aluminium sauber und sicher.

Schneller rüsten, präziser schneiden

Der Bediener kann das automatische Spannfutter per Knopfdruck einfach öffnen und schließen.
Der Bediener kann das automatische Spannfutter per Knopfdruck einfach öffnen und schließen.

Das neu entwickelte RotoLas hat den 31-Jährigen überzeugt: „Das Rüsten geht jetzt deutlich schneller, damit sparen wir erheblich Zeit - rund 20 Prozent“, erklärt er. Gerade für einen halbautomatischen Prozess wie RotoLas spielt die Zugänglichkeit in der Maschine eine zentrale Rolle. „Das neue Maschinenkonzept mit breitem Förderband verbessert diese deutlich“, schildert Keller seine Erfahrungen. Mit RotoLas produziert er vor allem Einzelprofile für Maschinengestelle. „So müssen wir nichts sägen oder fräsen, das spart Fertigungsschritte.“ Eine Schneidkopfverlängerung hilft, den Schneidkopf exakt an die unterschiedlichen Profildurchmesser anzupassen.

Die zusätzliche Achse mit NC-Anschlag ist für Keller ein großer Vorteil. Er sichert die exakte Positionierung der durch das Spannfutter eingeschobenen Rohre auf der X-Achse - mit einer Genauigkeit von ± 0,5 Millimetern. „Die neuen Auflager beugen außerdem Kratzern vor“, fügt Keller hinzu. Sie unterstützen das Werkstück zusätzlich, egal ob rund oder eckig. Durch das Verschieben der Auflager über die Paletteneinzugskette ist auch das Bearbeiten von Totbereichen möglich, die bisher durch die feste Position der Werkzeugträger entstanden sind.

Anwendung mit Potenzial

Neue Kunden durch clevere Rohrkonstruktionen
Neue Kunden durch clevere Rohrkonstruktionen: Mit RotoLas spart Keller Fertigungsschritte

„Das neue Menü macht die Bedienung außerdem viel übersichtlicher und einfacher“, sagt Keller. TruTops Tube unterstützt den Bediener bei der Programmierung - das System berechnet sowohl Schneidgeschwindigkeit als auch Verfahrbewegung der Achsen. So bearbeitet Keller selbst Ecken von Vierkantrohren einfach und sicher.

Derzeit macht die Rohrbereitung bei der Keller Metallbau GmbH etwa fünf Prozent der Gesamtproduktion aus - das soll sich ändern. „Durch RotoLas können wir unseren Kunden besondere Produkte anbieten, die wir mit wenigen Fertigungsschritten sicher und präzise bearbeiten“, betont der Geschäftsführer. Das hilft, die Kundenbindung zu erhöhen - und die steht für das Familienunternehmen an erster Stelle.

Hintergrund: Flexibel mit RotoLas

Kürzere Rüstzeiten
Kürzere Rüstzeiten: Das neue Maschinenkonzept der TruLaser 3030 sorgt mit einem breiten Förderband für eine gute Zugänglichkeit in der Maschine.

RotoLas ermöglicht das Schneiden von Rohren und Profilen auf 2-D-Lasermaschinen. Die neue Version der Zusatzeinrichtung gibt es derzeit exklusiv für die neue Generation der Laserschneidmaschine TruLaser 3030. In den Maschinenrahmen integriert, ermöglicht sie das schnelle Umrüsten von Flach- auf Rohrbearbeitung.
Profile mit einer Länge von bis zu drei Metern und einer Wandstärke von maximal 12 Millimetern lassen sich so einfach und exakt bearbeiten — bis zu einem Durchmesser von 370 Millimetern.

Die Dreheinheit ist am linken Seitenträger angeflanscht und wird auf der vorderen Traverse abgestützt. Ein sehr dynamischer Torque-Antrieb sorgt für den richtigen Dreh, die Rundachse mit Spannfutter fixiert das Metallteil. Bis zu drei Auflager unterstützen das Werkstück zusätzlich und verhindern Kratzer auf den Fertigungsteilen. Werkstückträger gibt es in zwei Größen — für runde und eckige Rohre. Der NC-Anschlag am Querträger stellt eine genaue Positionierung der Rohre sicher — mit einer Einlegegenauigkeit von ± 0,5 Millimetern lässt sich präzise arbeiten. Zum Zubehör gehören außerdem Schneidkopfverlängerungen, die den Schneidkopf exakt an den Rohrdurchmesser anpassen. Die Software TruTops Tube ermöglicht das einfache und sichere Bedienen von RotoLas.
Das Programmiersystem hilft auch beim Erstellen von komplexen 3-D-Rohrkonstruktionen oder beim Bearbeiten der Ecken von Vierkantrohren.

Rohre in kleinen Serien präzise bearbeiten